Meine Geschichte
„Mich interessieren Fragen, die Normen in Frage stellen. Schwer auszuhalten waren für mich schon als Jugendliche hergebrachte Konventionen, die gedanklich einengen und die Entwicklung lähmen.“
Meine Kindheit und Jugend haben mich und mein späteres kreatives Schaffen immens beeinflusst. Groß geworden bin ich in einer kunstbegeisterten und humanistisch geprägten Familie: Meine Tante hatte Malerei in München und Köln studiert, eine Großmutter war Porträtzeichnerin, einer meiner Onkel gestaltete Kirchenfenster und ein Großvater war Schreiner, Architekt und passionierter Fotograf. Auch Musik spielte eine große Rolle, zwei meiner Onkel waren Pianisten. Mein Vater wiederum arbeitete als Arzt und brachte mich früh mit philosophischen Fragestellungen in Kontakt.
In Lüneburg geboren, lernte ich bereits als Kind und Jugendliche verschiedene Orte, Landschaften und Mentalitäten kennen, da wir im Rahmen der Arbeit meines Vaters viel umzogen. Von Düsseldorf nach Nordafrika, von dort nach Aachen, von dort nach Holland und später an den Niederrhein. Die Farben und Formen der natürlichen Thermalquellen im algerischen Hammam Maskhoutine beispielsweise, die ich seit Kindheitstagen vor Augen habe, griff ich später unter anderem in meinen Wandobjekten auf.

Diese frühen Brüche führten auch zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Aspekten wie der Lebensidee, dem eigenen Werdegang und der Entfaltung der Persönlichkeit. Albert Camus „Der Fremde“ habe ich begeistert gelesen, nicht zuletzt, weil der Schauplatz Algier ist und wir in Annaba, Algerien, gelebt hatten. Isabel Eberhards Biografie, die allein unter Männern, als Mann verkleidet durch die und in der Wüste geht und lebt, fesselte mich ebenfalls. Mich interessieren bis heute Fragen, die Normen in Frage stellen. Schwer auszuhalten waren für mich schon als Jugendliche hergebrachte Konventionen, die gedanklich einengend und Entwicklung lähmend sind.
Ich bin in die Zeit der 70er hineingewachsen und war mit 12 Jahren von den Arbeiten der ZERO-Gruppe berührt, die sich in Düsseldorf formiert hatte und in der Galerie von Helme Prinzen in unserer Nachbarschaft ausgestellt wurde. Insbesondere die Arbeiten von Günther Uecker begeisterten mich. Übrigens: Einer meiner Onkel betrieb zu dieser Zeit in Düsseldorf ein Geschäft für Handwerkerbedarf und belieferte Günther Uecker regelmäßig, unter anderem für die Weltausstellung in Osaka.
In der Malerei waren es die Expressionisten, allen voran Ernst-Ludwig Kirchner, die mich prägten. Ich lernte alsbald das Zeichnen bei E.O. Köppke in Düsseldorf, meine Großmutter schleppte mich zu meiner großen Freude dorthin. So wurde das Zeichnen zur ständigen Begleitung. Sehr bald fing ich zudem an Kleinmöbel zu entwerfen, die ich natürlich auch unbedingt selbst bauen wollte. Ich entdeckte eine kleine Schreinerei, die mir in den Sommerferien die Möglichkeit bot, meine Entwürfe zu realisieren. Auf diese Weise kam ich zum Möbelbau und zum Werkstoff Holz.
Mit dem Wunsch, die Innenarchitektur von der Pike auf zu erlernen, machte ich dann nach dem Abitur meine Ausbildung zur Tischlerin und studierte anschließend Architektur. Gleichzeitig zeichnete ich weiterhin sehr viel und fing an, mich für Farbe und deren Wirkung zu interessieren. Während des späteren Studienverlaufs fokussierte ich mich zunehmend auf die Wirkung von Raum und Kunst und die damit eng verbundene Auswahl von Farbe und Material.
Den Einstieg ins Berufsleben machte ich mit Interior Design bei HEE Düsseldorf. Viele wichtige italienische Designer, auch Architekten, wie Mario Bellini, Alessandro Mendini und weitere, lernte ich während meiner Tätigkeit schätzen. Die Gruppi Sottsass war ebenso prägend für mich. Auf diesem Wege begriff ich für mich den Zusammenhang zwischen Architektur, Design, Interior, Mode und Zeitströmungen. Immer mehr verstand ich in der Folge den Raum ganzheitlich, vor allem geprägt durch seine Nutzung und den darin lebenden oder arbeitenden Menschen. Ich fing an meine eigenen künstlerischen Werke in verschiedenste Räume einzuplanen, immer getrieben von der Idee, Material in neuer Form sprechen zu lassen. Und so seine ganz eigene Wirkung zu zeigen, die Bedeutungen verteilt.
Raum als Gesamtwerk. Der sprechende Raum. Der Raum als Bühne.
Den ersten Schritt in die freischaffende Tätigkeit wagte ich mit Anfang 30, als ich mein erstes Kind bekam. Ich wohnte damals bereits in Bonn und das Pendeln nach Düsseldorf mit Kind, und später zwei weiteren Söhnen, wurde logistisch unmöglich. Zu meinem Glück unterstützte und ermutigte mich mein damaliger Chef dabei erheblich. Ich arbeitete auf Auftragsbasis für verschiedene Architektur- und Design-Büros und trieb parallel meine künstlerische Tätigkeit voran. Diese bewegte sich lange Zeit an der Schnittstelle von Kunst und Interior Design, wobei letzteres Element über die Jahre hinweg von der zunehmenden Beschäftigung mit ländlichen und urbanen Räumen überlagert wurde.

Eine richtungsweisende Idee in dieser Hinsicht kam mir, wie so oft, vor circa 13 Jahren beim Laufen, das ich seit Jugendzeit intensiv betreibe – zwischenzeitlich auch als Leistungssportlerin in der Leichtathletik. Der Venusberg oberhalb der Kernstadt von Bonn war damals meine Laufheimat. Hier kam mir der Gedanke einer riesigen UFO-artigen Wolke, ein Ding aus der Zukunft, welches auf der riesigen Wiese dort landen würde. Als Kontrapunkt zur damals aktuellen Erscheinung der Natur dort oben, der eine utopische Sicht auf eine mögliche Zukunft eröffnet. Bei der folgenden Umsetzung dieser Installation dann erstmals der „Hasendraht“ als Material zum Einsatz, der sich trotz oder vielleicht sogar gerade wegen seines ursprünglich begrenzenden und einengenden Verwendungszwecks wunderbar dazu eignet, flüchtige, fließende oder im Wachstum befindliche Formen zu bilden. Damit war auch meine Serie „Once upon a time…“ geboren, die ich seitdem beständig weiterentwickelt habe.
Beispielsweise verwendete „Once upon a time …“ zunächst über mehrere Kapitel hinweg ausschließlich unbehandelten Maschendraht, der Natur und Vergänglichkeit preisgegeben. Später folgte im urbanen Raum die Verwendung von Farbe und Beschichtung, der städtische Raum verlangte mehr nach einem schreienden Ruf nach Aufmerksamkeit. So kam die Farbe Pink hinzu, als ich im Jahr 2019 die altehrwürdige und inzwischen baufällige „Löwenburg“ in meiner Wahlheimat Unkel am Rhein mit pinken Wolken inszenierte. Pink als das kleine Rot, Poesie und Werbung zu gleichen Teilen. PINK als unechte Farbe, die dem einen gefällt, dem anderen eher nicht. Ich wollte Hingucker schaffen, über die, so mein Ziel, natürlich gesprochen wird.

Apropos Unkel, wo ich inzwischen seit neun Jahren lebe und arbeite: Hier lebe ich entschleunigt, 20 Minuten von der nächsten großen Stadt, Bonn, entfernt. Zwischen Rhein, Weinbergen und dem Blick auf das Siebengebirge. Verbunden mit der Region, der romantischen Landschaft des Oberen und Unteren Mittelrheintals, wie unter anderem meine Installationen in Neuwied und Leutesdorf sowie die Teilnahme an der Skulpturen Triennale in Bingen zeigen. Weiterhin verbunden mit der Welt, siehe nicht zuletzt die Kapitel „Once upon a time… Unkel goes to Venice“ und „Once upon a time… Mandranova“. Und verbunden mit Geschichte: Die wird nicht nur durch die vielen alten Fachwerkhäuser der Unkeler Altstadt spürbar, sondern auch durch den Umstand, dass nicht zuletzt die Biographien der beiden Bundeskanzler Konrad Adenauer und Willy Brandt eng mit Unkel verknüpft sind.
Eine Homebase schließlich, die mich durch das große Gewässer Rhein und die hügelige Landschaft in gewisser Hinsicht an Landschaftsformen aus meiner Kindheit in Algerien erinnert und gleichzeitig die perfekte Inspirations- und Energiequelle für meine zukünftigen Projekte ist.
Lebenslauf: Meilensteine und Ausstellungen
- 1965 Geboren in Lüneburg, Germany
Kindheit in Algerien und Niederlande, später Niederrhein - 1984 -1987 Ausbildung zur Tischlerin
- 1988 -1992 Studium der Architektur in Köln
- Verschiedene Zusammenarbeiten mit Architekten und Designern in Deutschland und Italien, unter anderem Knortz und Hoffmann Neuß, HEE Düsseldorf, In Design Baden-Baden, Atria Floor Italien.
- 1999 Gründung des eigenen Studios
- 2000 Studio show
- 2000 Start Zusammenarbeit mit Immobilienentwicklern und Firmen.
- 2001 Kunst und Architektur, Kunst am Bau
- 2003 Group show Kunst am Bau, Köln
- 2004 Galerie DUO, Bernd Bentler, Bonn
- 2005 Kunst und Kirche, Evangelische Kirche Bonn
- 2006 Wasser, Ausstellung Bonn
- 2006 Kunst und Hospital, Evangelisches Krankenhaus Bonn
- 2007 Kunst braucht Raum, Kunst am Bau Bonn
- 2007 Gallery Hyna, Rottach-Egern, Bayern Germany
- 2007 „Lieber barfuß als ohne Buch“ Universität Bamberg im Jahr der Geisteswissenschaften
- 2007 Einzelausstellung IKL, Tegernsee
- 2008 Studienreisen nach Italien, Frankreich, Nordafrika
- 2008 Kunst am Bau, Zurich Insurance Bonn
- 2010 Frauenmuseum, Bonn
- 2010 Ruhr 2010, Essen Germany
- 2010 Kunst am Bau Strahlenklinik Bonn-Rhein-Sieg
- 2011 Terra Vino, Baugeschichte und Kunst Bad Godesberg
- 2012 Cooperation In Design Baden-Baden und Atria Floor Italien
- 2012 Terra Vino, Restaurant and Wine Bar, Gestaltung aller Aussen- und Innenräume
- 2013 Strahlenklinik Bonn-Rhein-Sieg, Marienhospital
- 2013 Hilgers Werft Rheinbrohl, Groupshow USS Fabrik
- 2013 Kunstsalon Remagen
- 2014 Groupshow Synagoge Ahrweiler, Germany
- 2014 Zusammenarbeit Kamel Achrafie, Architekt, Richardson Architects London
- 2015 Therhineprize, 1.Platz für Installation im Außenbereich.
Jury: Markus Lüpertz, Dr. Kornhoff, Klaus Honnef, Walter Smerling, Jürgen Klauke - 2016 Weithorn Galerie Düsseldorf
- 2017/ 2018 Eröffnung Installation…” Es war einmal…Part 8… Weinberg Leutesdorf”
- 2018 Groupshow Weithorn Galerie Düsseldorf
- 2018/ 2019 Eröffnung Installation “ Es war einmal…Part 9…Löwenburg Unkel“
- 2019 START SCULPTURE, Sculpture Network
- 2019 Biennale di Venezia
- 2022 Fasanenstraße by Gallery Weekend Berlin
- 2022 Pink Clouds Pedona Camaiore Italien Private Sammlung
- 2023 Clouds am Felsen Ühleklützje
- 2024 Mitglied der internationalen Künstlergruppe „artorale“
- 2024 Zusammenarbeit in Projekten mit Kati Eva Gaj, Curatorin und Art-Consulting
- 2024 Kunst am Bau… Endauswahl im Wettbewerb für die Experimentierhalle der bergischen Universität.
- 2024 Artelagunaprize Special Prize Winner: Artist in Residence – Mandranova
- 2024 Artelagunaprize Special Prize Winner: Venetien – Vegal
- 2025 Aufenthalt und Realisation der Serie “Once upon a time… Mandranova” auf Sizilien
- 2025 Aufenthalt und Realisation der Serie „Once upon a time…“ in Portogruaro, Venetien
- 2025 Vertreten durch Galerie Paxmann, Bonn
- 2025 Vertreten durch Galerie Sol St. Tropez, Frankreich
- 2026 Solo-Show ‚Contemporary Art im Wasserturm‘, Galerie Paxmann, Bonn
- 2026 Skulpturen Triennale Bingen “Verbindung und Zusammenhalt”






